Der Einladung zur Gemeinschaftsveranstaltung von René Reif Consulting GmbH und ADI Akademie der Immobilienwirtschaft mit Unterstützung von COFELY GDF SUEZ in die Neuen Messe München am 16. März 2011 zu einem Podiumsgespräch unter der dem Titel „Finanzierung jenseits von core und core plus" folgten rund 150 Gäste.
Durch die Teilnehmer aus Bankern, Maklerunternehmen, Projektentwickler bis hin zu Rechtsanwälten war die gesamte Branche im Seerestaurant vertreten.
Ob und, wenn ja, wie jenseits von core und core plus finanziert wird ist aktuell. Die Kreditvergabepraxis hat sich verändert, Basel III steht bevor. Das sind nur zwei Faktoren, weshalb die Immobilienwirtschaft vor neuen Herausforderungen steht. Wer sicher investieren will, hört seit geraumer Zeit auf das Zauberwort Core, vor allem auch im Hinblick auf die Finanzierung. Doch was verbirgt sich dahinter?
Nicht nur das Einführungsreferat von Benedikt Huber von René Reif Consulting machte schnell klar, dass "Core" und das mit etwas mehr Rendite, aber auch mehr Risiko verbundene "Core plus" ganz und gar nicht eindeutig definiert ist. Die unterschiedlichen Einschätzungen in der von René Reif moderierten Runde unterstrichen dies eindrucksvoll.
Professor Dr. Hanspeter Gondring, wissenschaftlicher Leiter der Akademie der Immobilienwirtschaft ADI, nahm den Disputenten schon mal allen Wind aus den Segeln, in dem er erklärte, Core sei kein wissenschaftlich fundierter Begriff. Er definierte die Immobilie als eine besondere Asset-Klasse.
Thomas Jebsen, zuständig bei der Bayerischen Landesbank für die Immobilienfinanzierung, meinte, dass die Immobilienpraxis diesen Definitionsschritt nicht mitgemacht habe. Für sie sei ein Risikoabgleich wichtig. Mit Blick auf Basel III sei es notwendig, das Risiko, das ja den möglichst hohen Gewinn verspricht, entsprechend hundertprozentig "einzupreisen".
Diesem "Einpreisen" setzte Dr. René Beckert vom Münchner Immobilienzentrum der DG HYP den notwenigen Liquiditätspuffer entgegen. Um diesbezüglich den Kapitaldienst sicher bedienen zu können, ist die genossenschaftliche Struktur mit den Raiffeisen- und Volksbanken ein Vorteil. Diese Struktur lässt ihn auch außerhalb Münchens gute Standorte für ein lohnendes Immobilieninvestment finden.
Voll die bayerische Landeshauptstadt im Fokus sieht dagegen Rupert Hackl, der Münchner Niederlassungsleiter der Eurohypo. Dass sich gerade hier die Core-Objekte finden, habe auch die Immobilien-Messe MIPIM Anfang März bestätigt. Sein Haus habe sich auch bislang schon erfolgreich in der Königsklasse der Münchner Core-Immobilien engagiert. Dazu zählt auch die Begleitung diverser Projektentwicklungen in der City.
Auf dem Investmentmarkt sind solche Core-Plus-Immobilien allerdings immer seltener.
Beim anschließenden Get together zeigten sich die Gäste beigeistert von der Gemeinschaftsveranstaltung. Alle waren sich einig, dass die Mischung aus Information, Diskussion und Begegnung dem Markt und seinen Akteuren mehr als hilfreich sei.


